Fahrradgeschäft RADgeber

Heute zu Besuch bei Sebastian Risse in seinem Fahrradgeschäft RADgeber in der Schmidtstedter Straße, direkt neben dem Bürgeramt.

Es riecht nach Fahrrad, dieser leichte Geruch nach Gummi. Sebastian Risse werkelt. Sein Geschäft besteht aus Kundenbereich und Werkstatt. Bei ihm ist das Bedürfnis des Kunden das Wichtigste. "Für die meisten Wünsche und Fragen habe ich eine Idee. Zum Beispiel, wenn ein Kunde ein bequemes Rad möchte, das gleichzeitig schick ist, mit dem er in der Stadt fahren kann, aber auch längere Touren über Land. Oder Fragen wie: 'Was kann ich tun, damit ich nie wieder in die Straßenbahnschienen gerate, damit ich nicht auf nassem Kopfsteinpflaster stürze, mir nicht die Hände einschlafen, mein Hintern auf langen Strecken nicht mehr wehtut?' Ich möchte ganz einfach, dass meine Kunden gerne Fahrradfahren und sich darauf freuen."

Sein Traum: Irgendwann einmal eigene Fahrräder entwickeln.

Früher taten ihm oft selbst Hände, Hintern und Schultern weh. Er wälzte jahrelang Fachbücher und Magazine. Die Schmerzen gingen und das eigene Ladengeschäft kam. Wenn der an der Uni Erfurt studierte Staatswissenschaftler und Automobilkaufmann über den Anger läuft, sieht er genau, wo die Probleme beim jeweiligen Radfahrer liegen. Angesprochen hat er noch niemanden, erzählt er lächelnd.  

Seine Träume sind, dass er irgendwann einmal eigene Fahrräder entwickelt, mit einem guten Orthopäden kooperiert und vielleicht mehr Freizeit hat. Er braucht die Berge. Gesehen hat er sie zuletzt vor über einem Jahr. Erfurt ist und bleibt seine Stadt, auch wenn er sich mehr Radwege wünscht und mehr Rücksicht im Zusammenspiel zwischen Autos und Radfahrern. "Radfahrer brauchen eine starke Sichtbarkeit, gerade wenn der Verkehr zukünftig durch Elektroautos immer leiser wird."

Ein Paketbote bringt eine Lieferung, während wir uns unterhalten. "Wahrscheinlich meine Sättel." Explizit Sättel für den Mann oder die Frau gebe es nicht. Der Abstand der Sitzknochen müsse bei jedem Menschen neu betrachtet werden. Er holt ein anatomisches Modell einer Hüfte hervor und zeigt eine Software, die die Druckstellen während des Sitzens misst. Man setzt sich aufs Rad und wird gemessen und analysiert. "Rote Stellen sind die Schmerzpunkte oder die, die bald kommen werden", ist er sich sicher.

Eines interessiert mich noch besonders: Fahrraddiebstähle. Wie kann man sich am Besten schützen? Während er darüber nachdenkt,  schraubt er bereits wieder an einem Rad. „Wichtig ist, dass man alle Schnellspanner durch Imbusspanner austauscht und gute Schlösser benutzt, am Besten mit einer Länge von 1 - 1,20 Meter. Dieses dann an Rad, Rahmen und einem verankerten Gegenstand befestigen.“

Nach gut einer Stunde bin ich völlig im Fahrradfieber. Egal welchen Erfurter Einzelhändler ich bislang besuchen durfte, die Leidenschaft für ihre Sache überwältigt mich jedes Mal.


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